Beim Chaptalisieren reichern wir den
frischen Most mit ein wenig Zucker an, den die Hefen vollständig
zu Alkohol vergären. Ganz nach dem Vorbild gefragter Spitzenweine,
wie etwa Bordeaux oder Chianti. Mit dieser Technik kann der Kellermeister
den endgültigen Alkoholgehalt eines Weins nach geschmacklichen
Gesichtspunkten beeinflussen. Viele Winzer helfen aber durch Aufzuckern
ihrem schwachen Most auf die Beine. Tatsächlich sieht das deutsche
Weingesetz das Chaptalisieren nur bei einfachen Qualitäten vor,
nicht bei Prädikatsweinen. Und unser LochRiesling liegt immer im
Prädikatsbereich; bereits der Landwein besitzt mindestens Spätlesequalität.
Wenn es aber den Geschmack verbessert, chaptalisieren wir trotzdem,
so wie unsere Kollegen in Frankreich oder Italien. Und schreiben einfach
"Qualitätswein" aufs Etikett. Denn entscheidend ist ja
nicht die Aufschrift, sondern der Inhalt. Finden wir jedenfalls.